Motor - Käferwissen

Gib dem Motor Hitzefrei.

Zwar kocht Luft nicht, heiß wird es im Motorraum aber trotzdem. Nur wie heiß ist heiß und was vertragen Käfermotoren für Temperaturen? Zunächst sei jedem Käferfahrer, der auch mal längere Strecken über die Autobahn fährt ein Ölthermometer empfohlen. Selbst Cruisern können wir zu diesem Zusatzinstrument raten, weil es eine Störung im Kühlsystem sichtbar macht. Hat das Thermometer Einzug ins Cockpit gehalten, lässt sich bequem ablesen auf wie viel Grad sich das lebenserhalten

de Schmiermittel erwärmt. Grundsätzlich sei gesagt, das Temperaturen zwischen 90 und 115 Grad Öltemperatur für einen gesunden Käfermotor gut verträglich sind. Motoren mit einer AS 21 Legierung vertragen auch Spitzenwerte von 120 – 130 Grad.

Diese sollten aber nur kurzzeitig auf heißen Autobahnfahrten gefahren werden. Lange Vollgasfahrten sind ohnehin eher zu vermeiden. Besser fährt es sich mit wechselnden Belastungen oder leicht zurückgenommenem Gaspedal. Die oben genannten Höchstwerte sollten nur an warmen Tagen und bei längerer Autobahnfahrt auftreten. Stellt man fest, dass der Motor ungewöhnlich oft in diesem Bereich unterwegs ist, sollte man der Ursache auf den Grund gehen. Vorausgesetzt es liegt kein Motorschaden vor, ist zunächst die Kühlleistung des Gebläses zu kontrollieren. Es müssen alle Heizschläuche angeschlossen sein, weil hier sonst zum einen kostbare Kühlluft ungebremst entweicht und auf der anderen Seite die Wärmetauscher heiße Luft in den Motorraum abgeben. Bei abgestelltem Motor hinter das Kühlluftgebläse fassen und die runde Öffnung auf Verstopfung überprüfen. Es kommt vor, dass die Motorraumverkleidung sich gelöst hat und vor die Öffnung gesogen wird. Auch andere Fremdkörper können durch den starken Luftstrom angezogen werden.

Der Keilriemen sollte auf richtige Spannung hin überprüft werden, da ein Durchrutschen die Drehzahl des Lüftergebläses reduziert. Im Gebläsekasten befinden sich Luftklappen, die den Luftstrom je nach Motortemperatur führen, dies soll einer schnelleren Warmlaufphase dienen. Der Thermostat dazu liegt in Fahrtrichtung rechts unterhalb der Zylinder. Thermostat und Klappen sind auf Funktion zu prüfen. Zuletzt kann auch noch der im Gebläsekasten bzw. in der davor liegenden Hundehütte befindliche Serienölkühler auf Verschmutzung untersucht und gereinigt werden.

Bevor man jedoch den Gebläsekasten zerlegt, sollte man die Zündkerzen herausschrauben und das Kerzengesicht begutachten. Ist die Elektrode hellgrau bis weißlich, läuft der Motor zu mager und am Vergaser ist eine Korrektur vorzunehmen. Ein zu mageres Gemisch sorgt für eine zu heiße Verbrennung in den Brennräumen. Der Vollständigkeit halber: Zeigt sich das Kerzengesicht eher Rehbraun ist die Vergasereinstellung optimal, schwarze, russige oder ölige Ablagerungen sind ein Zeichen für ein zu fettes Gemisch. Was neben einem schlechten Motorlauf auch einen zu hohen Verbrauch mit sich bringt. Schlussendlich ist auch noch zu klären ob der Wärmewert der Zündkerze zum jeweiligen Motor passt. Auskunft über den passenden Wert geben Reperaturhandbücher und gute Fachwerkstätten. Bei der Gelegenheit kann auch der Elektrodenabstand mit einer Fühlerblattlehre geprüft werden. Der richtige Abstand liegt zwischen 0,6 und 0,8 mm und kann durch biegen der Masseelektrode eingestellt werden.

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